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Worship 2010
10.09.2010


Übergangsregierung und BOOL 24.03.10/Zeche Carl

Release Gig am 24.03.2010 Zeche Carl /Essen

Übergangsregierung und BOOL  24.03.10/Zeche Carl08.03.2010

Jetzt mal in Ruhe, bei der Übergangsregierung geht alles Schlag auf Schlag. Ich habe das Album von Ross und Reiter Records direkt Anfang März bekommen, am 05.03.2010 ist der offizielle Veröffentlichungstermin für die CD, in den Stores gibt es das Album schon seit Ende Februar. Ehrlich gesagt kannte ich die Band nur vom hören sagen, weil sie einen Album Release Gig spielen in Essen. Und das ist dann so, dass man als Musikinteressierter Schreiberling da vor Ort eben auch mal sehr stark im Bilde ist. Als ich den Namen hörte und gesagt bekam, was die Band für eine Musik spielt, wurde ich unheimlich neugierig und orderte mir ein Rezensionsexemplar. Was ich bislang sicher gute zehn mal rauf und runter gehört habe. Die Band hat ein Gesamtkonzept erschaffen und münzt den Namen Übergangsregierung auf eine ganze Generation des Umbruchs und des Wandels, wo eben viel der Veränderung unterzogen wird und altes mit neuem vermischt wird. Das findet sich auch immer wieder in den Texten der 12 Stücke wieder. Wenn wir schon bei der Musik sind, die Band selbst sieht sich eingeordnet in dem Stil von Bloc Party, Kettcar und Fehlfarben. So geht es aus dem Release Infotext hervor. Da sehe ich die Band aber nicht unbedingt im Vergleich. Für Bloc Party zu hart, zumindest stimmlich, für Kettcar sind die Texte zu leicht zu erarbeiten und da ist der Sänger auch zu rauh. Fehlfarben sind auch kein wirklicher Vergleich. Da verstehe ich sowieso nicht, wieso man sich selbst so vergleichen muss, wenn man so eine Portion Eigenständigkeit besitzt. Kurz um stimmt folgende Selbsteinordnung da schon viel eher: Electronic-Indie-Rock mit Haltung. Ja, das ist es nämlich. Die Band läßt sich durch ein vom Bundestag finanziertes Musikprojekt fördern und benennt sich trotzdem mit Übergangsregierung, frei nach dem Motto „Ja, hier ist es schön, aber es könnte trotzdem noch besser sein. Und wir sind nicht zufrieden und erwarten mehr von Allem.“ Die Band wirft Fragen auf und kritisiert, ist nicht belanglos. Ich finde der Sänger singt schön rauh und trotzdem kommt es nicht rüber wie Punkrock, es ist lange noch genug Melodie dabei. Und die Band legt Themen offen, statt nur über „alles ist ja so schön“ zu lamentieren. Da ist Potential hinter, dadurch, dass es nunmehr das erste Album ist, haben wir noch einiges zu erwarten.

Musikalisch mischen sich hier zwei Gitarren mit Electro, der nicht anstrengend wird, sondern diese alternative Popmusik sanft unterstützt und begleitend wirkt. Der Song „Alles“ wurde wohl auch Aufgrund seiner Eingängigkeit von den Bielefelder Universität als Titellied für den Kinowerbespot der Uni ausgewählt. Die Musik ist eingängig, das bedeutet für mich, die CD dreimal zu hören und dann die Hälfte mit trällern zu können oder wollen. Das geht hier. Die Pop-Arrangements sind vorhanden. Trotzdem kann man das hier nicht mit Bands wie Revolverheld vergleichen, denn die Texte haben viel mehr im Nacken. Wohl auch deswegen wird das Album am 08. März im Plan B bei Einslive vorgestellt.

Interessant auch die Tatsache, dass das Debut in einem alten Kino in Bielefeld des Nachts eingespielt wurde. In den sogenannten Skala Sessions, wobei dann auch die ersten Musikvideos gedreht wurden, welche nach und nach online gestellt werden bei Youtube. Die Sparkasse hat diese Aufnahmen finanziert und damit so ein außergewöhnliches Setting erst möglich gemacht. Was vielleicht auch Auswirkungen hatte, so dass man hier keine saubere kantenfreie Pop-Produktion erwarten kann. Was man hier vernimmt ist durchaus noch rauh und rockig. Vielleicht sogar tanzbar, zumindest würde sich das die Band wünschen.

Einen Song möchte ich noch besprechen, dass ist das Stück „Sonnenaufgang“. Da singt der Vocalist :“Willst du mit mir durch den Sonnenaufgang gehen?“ und das Lied hat einen ruhigen Charme. Ich kann mir gut vorstellen morgens aus der Indie Disco zu kommen, ins Auto zu steigen, den I-Pod anzustöpseln, das Lied auszuwählen und nach Hause zu fahren, während die Sonne aufgeht.

 




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